Immobilie verkaufen?

Ist der Wirtschaftsboom schon vorbei?

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist schlecht. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sinkt. Unternehmen sprechen Gewinnwarnungen aus. Aktienkurse sinken. All diese Anzeichen weisen auf einen Rückgang des Wirtschaftsaufschwungs hin.

Ist das auch das Ende des Immobilienbooms?

Seit 2010 erlebt die Immobilienwirtschaft einen nie dagewesenen Aufschwung. Mieten und Kaufpreise sind seitdem in teilweise abenteuerlichen Raten gestiegen. Vergleicht man diese Zahlen mit denen vor 2010, bei denen die Wachstumsraten weitaus geringer waren, könnte man argumentieren, dass dieser rasante Aufschwung nur die früher ausgefallen Wertsteigerungen nachholt. Die Preise haben inzwischen allerdings ein Niveau erreicht, bei dem verschiedene Marktteilnehmer die Erwartungen der Geschäftsaussichten negativ bewerten. Die Deutsche Bundesbank spricht für München von Übertreibungen der Preise von 25%, der IWF (Internationaler Währungsfonds) sogar von 36%.

Einfluss der Bauzinsen

Das hat überwiegend damit zu tun, dass die Immobilienprofis erwarten, dass die Finanzierungsbedingungen nicht mehr besser werden und die Zinsen eher steigen werden. Da die aktuell hohe Nachfrage nach Eigentumswohnungen zur Kapitalanlage eher zinsgetrieben ist, wird jede Erhöhung der Zinsen, die Finanzierungskosten negativ beeinflussen und die Nachfrage beeinträchtigen. Aufgrund der hohen Immobilienpreise, bei denen die Mieten nicht mitgehalten haben, ist die Rendite im Laufe der Entwicklung immer weiter gesunken. Höhere Zinsen bedeuten auch, dass alternative Kapitalanlagen wieder attraktiver werden.

Wohnungsnachfrage

Neben den Zinsen haben eine starke Konjunktur und die Zuwanderung in die großen Städte wie München dem Immobilienmarkt zusätzlich Auftrieb gegeben. Eine nachlassende Konjunktur mit der sich daraus ergebenden geringeren Zuwanderung beeinflusst dann natürlich den Immobilienmarkt auch in die andere Richtung. Außerdem haben die Mieten gerade in München ein Niveau erreicht, dass viele Arbeitnehmer sich München nicht mehr leisten können oder leisten wollen und in das Umland ausweichen (müssen).

Immobilienpolitik

Ein weiterer Risikofaktor für den Immobilienmarkt ist die noch nicht in allen Facetten klare Immobilienpolitik. Weitere Regulierungen, wie z.B. Senkung der Modernisierungsumlage, Deckelung der Mieten in Erhaltungssatzungsgebieten, werden die Investitionsbereitschaft in Immobilien negativ beeinflussen.

Wie sieht die Zukunft aus?

Die Preise für Häuser und Wohnungen werden kurzfristig noch leicht weitersteigen (Nachzügler). Der Immobilienmarkt wird sich beruhigen. In Teilmärkten, wie z.B. München, wird es auch Preisabschläge geben. Damit werden aber nur die auch von der Deutschen Bundesbank erwähnten Preisübertreibungen reduziert.

Empfehlung Immobilienverkauf

Wer Wohneigentum, insbesondere vor 2010, erworben hat oder auch geerbt hat und sich mit dem Gedanken eines Verkaufs der Wohnung oder des Hauses befasst, sollte dies besser jetzt tun. Auf weiter steigende Preise zu setzen und eventuell den richtigen Zeitpunkt für den Verkauf zu verpassen, ist eher riskant.

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