Kaufen oder mieten?

Wer jetzt umziehen will, muss sich auf einem sehr eng gewordenen Wohnungsmarkt umsehen. Das betrifft sowohl die Suche nach einer Mietwohnung als auch die Suche nach Immobilieneigentum. Bei der Entscheidung, ob in dieser Situation Mieten oder Kaufen besser ist, hilft die Aussage des neuen Wohnkostenreports. Danach ist Wohnen im Eigentum nach wie vor günstiger als Wohnen zur Miete. Die Wohnkosten für selbst nutzende Immobilieneigentümer sind um rund ein Drittel niedriger als die von Mietern, rechnet die Studie vor. Zwar sei der wahrscheinlich günstigste Zeitpunkt für den Erwerb von Wohneigentum überschritten, aber im Vergleich zum Wohnen zur Miete bleibe das Wohnen im Eigentum deutlich günstiger. Das ist weiterhin die Folge des historisch niedrigen Zinsniveaus, wodurch die Finanzierungsbelastung derzeit immer noch niedrig ist. Auch moderate Zinserhöhungen würden den starken Kostenvorteil von Wohneigentum nicht signifikant schmälern, erklärt Prof. Dr. Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Dagegen sind die Mieten im Fünfjahresvergleich in Deutschlands Großstädten um bis zu 51 Prozent gestiegen. Deutschlandweit stiegen die Mietpreise seit 2012 um durchschnittlich 16 Prozent, die größten Zuwächse mit 51 Prozent verzeichnete Berlin. Die geringsten Zunahmen gab es im Osten und in Nordrhein-Westfalen. In Rostock sind die Mieten mit minus vier Prozent sogar rückläufig. Die teuersten Quadratmeterpreise gibt es in München mit 17,10 Euro, in Frankfurt mit 12,90 Euro und in Stuttgart mit 11,80 Euro.
Bei der Frage, mieten oder kaufen, spielt auch der Gedanke der Alterssicherung eine Rolle. Besonders junge Menschen, die noch viel Zeit für die Abzahlung einer Immobilie haben, profitieren durch den Immobilienkauf vom Vermögensaufbau und kommen nach dem Auslaufen der Hypothek in den Genuss des mietfreien Wohnens.

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