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13.12.2018Immobilien verkaufen – jetzt?

Wandel, Wende oder Umbruch?

Wir können nicht in die Glaskugel schauen, aber sicher ist, dass sich der Immobilienmarkt in absehbarer Zeit verändert. Wird das eher ein Wandel, den die Branche selbst vollzieht, oder zeichnet sich eine Wende ab – wie bei einem Öltanker, der langsam die Fahrt rausnimmt und einen neuen Kurs einschlägt? Oder wird es einen Umbruch geben, den die Politik diktiert – womöglich mit ungeahnten Folgen?

Die Frage ist, wie schnell das geht

Die Veränderung zeichnet sich derzeit an mehreren Stellen gleichzeitig ab: Da sind einerseits die Zinsen, die den Boom der Branche jahrelang befeuert haben. Bedeuten steigende Zinsen fallende Immobilienpreise? Andererseits wächst das politische Interesse an regulierenden Maßnahmen. In München merkt man deutlich das nachlassende Interesse an Mehrfamilienhäusern in Erhaltungssatzungsgebieten, nachdem die Landeshauptstadt die Bedingungen in den Abwendungserklärungen dramatisch verschärft hat.

Bedeutet eine Zinswende das Ende des Immobilienbooms?

Eine mögliche Zinswende hätte gravierende Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. Denn der Immobilienboom der vergangenen Jahre mit den dynamisch steigenden Preisen hat seine Ursache fast ausschließlich in den niedrigen Zinsen. Die Niedrigzinsphase wirkt von zwei Seiten gleichzeitig auf den Immobilienmarkt: Käufer von Immobilien für die eigene Nutzung können die eigenen Wände so günstig finanzieren wie nie zuvor, und Anleger finden in Immobilien derzeit gegenüber anderen Finanzprodukten eine attraktive Geldanlage. Beide Käufergruppen drängen auf einen engen Immobilienmarkt, der in den Jahren zuvor wegen mangelnder Chancen weitgehend unbeachtet war und deshalb die Bautätigkeit vernachlässigt hatte.
Nach knapp zehn dynamischen Jahren flaut die Euphorie jetzt langsam ab. Ökonomen werden pessimistischer, und die Industriestaaten-Organisation OECD erwartet ein nachlassendes Wachstum der Weltwirtschaft. Erste deutliche Anzeichen für Veränderungen sind die steigenden Verbraucherpreise. Alles hängt mit allem zusammen, eines zieht das andere nach sich. Das statistische Bundesamt meldet den Anstieg der Inflationsrate, der überwiegend durch teure Mineralölprodukte verursacht wird. Der Verbraucherpreisindex lag im Oktober 2018 um 2,5 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich im Oktober 2018 gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent.

Das alles sind deutliche Signale dafür, dass die regulierenden Eingriffe der Europäischen Zentralbank (EZB) jetzt an ihre Grenze kommen. Einer der Eckpunkte für ein Ende der Niedrigzinsphase war das Erreichen einer Inflationsrate von 2,0 Prozent. Die Wende hin zu höheren Zinsen will die EZB aber frühestens im Herbst 2019 einläuten. Zusätzlich heißt es, dass die Zinsen „mindestens über den Sommer 2019“ auf dem aktuellen Niveau bleiben sollen. Möglicherweise wird die Zinswende dann mit dem Ausscheiden des derzeitigen EZB-Präsident Draghi Ende Oktober 2019 zusammenfallen.

Immobilien verkaufen – jetzt?

In der Folge rechnen Marktspezialisten mit stagnierenden oder in einigen Regionen sogar mit fallenden Immobilienpreisen. In München geht man aktuell von Übertreibungen von 30% aus.[nbsp] Wenn Sie aktuell planen, Immobilien zu verkaufen, sei es Grundstücke, Häuser oder Eigentumswohnungen, dann ist sicherlich jetzt der beste Zeitpunkt.

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